Sternennacht

Der Mond schien hell über dem kleinen Dorf und die Straßen waren leer, als das kleine Mädchen den Bach entlang lief. Er führte nicht viel Wasser, gerade genug, damit kleine Fische in ihm leben konnten. Wie jede Nacht setzte sich das Mädchen auf einen großen Stein am Ufer des Baches und hörte dem Plätschtern des Wassers zu. Es schaute in die Sterne und stellte sich vor, wie es wäre, die Welt von dort oben zu sehen. Sie könnte alles überblicken. Das große weite, blaue Meer, das weite Land, und manchmal, ja manchmal könnte sie auch die Menschen sehen, die auf der Welt umher laufen, wie kleine Ameisen sähen sie dann aus.
Als das Mädchen so vor sich hinträumte, hörte sie es wieder. Diese Stimme, diese liebevolle Stimme, die leise zu ihr sprach. Manchmal verstand sie kaum, was diese Stimme sagte, doch heute, heute hörte sie diese klar und deutlich, wie nie zuvor. "Hey kleines Mädchen, schön dich wiederzusehen", sagte die Stimme und ein Lächeln huschte über des Mädchens Mund, und dessen Augen funkelten als es sagte: "Es ist so eine schöne Sternennacht. Ich bin so gerne hier und schaue mir die Sterne an". "Ich weiß mein Kind, ich weiß...", die Stimme klang so nah und doch so fern.
Dem kleinen Mädchen lief eine Träne über  die Wange, denn traurig waren seine Erinnerungen. "Du musst nich traurig sein, mein kleines Mädchen. Glaube an die Träume und versuche sie zu leben. Du bist noch klein, du bist noch jung, du bist nicht allein. Siehst du die Sterne wie sie Nacht für Nacht für dich im hellsten Lichte strahlen? Für dich, ganz allein für dich. Sie sind bei dir, auch bei Tage, vergiss das nicht. Sie verbinden Menschen miteinander, denke immer dran. Heute noch, sitzt du alleine hier, doch nicht mehr lang, und  Träume werden Wirklichkeit", die Stimme wurde leiser, bis sie kaum noch zu hören war, "Glaube dran...".
Das kleine Mädchen schaute noch immer in den Sternenhimmel als es eine Sternschnuppe sah. Schnell schloss es seine Augen und dachte an die Worte, die einst diese Stimme erzählte: "Es war ein Mädchen, dass genauso wie du gerne in den Sternenhimmel schaute, doch es hatte kein Lächeln im Gesicht. Es besass nichts und nur Nachts, wenn es in die Sterne schaute war es nicht mehr allein. In einer klaren Nacht, die Sterne strahlten hell und wunderschön, sah es eine Sternschnuppe. Es wünschte sich jemanden an die Seite. Es glaubte fest daran, dass sich sein Wunsch erfüllen würde und seine Träume wahr würden. Und eines Nachts, es schaute wieder in den Himmel, da stand jemand neben dem Mädchen und nahm es an der Hand und da wusste es, Wünsche und Träume werden wahr, wenn man nur fest daran glaubt."
Mit fest geschlossenen Augen murmelte das kleine Mädchen seinen Wunsch vor sich hin. Es schien als funkelten und strahlten die Sterne nun noch heller und diese Sternennacht, wurde zur schönsten Sternennacht des Mädchens.


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