Brüssel - Stadt der Kontraste


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Heute morgen wache ich auf und fühle mich gerädert, deshalb lege ich mich nach dem Frühstück nochmal hin, bis mich ein Putzmann weckt. Heute möchte ich mich noch einmal auf die Suche nach der Basilique Nationale du Sacré-Coeur machen, die ich gestern partout nicht gefunden habe. Da ich mir einen neuen, ausfaltbaren Stadtplan beschafft habe, der auch noch die Metrolinien zeigt, gelingt es mir heute endlich. Von außen ist das Bauwerk sehr beeindruckend, doch innen herrscht Chaos und Lärm, da anscheinend für eine Veranstaltung aufgebaut wird. Deshalb gehe ich schnell wieder und mache mich auf den Weg zum Leopoldpark.


Basilika
Der Park sieht auf der Karte sehr schön aus, mit einem See und viel Grünflächen, wo ich mich hinsetzen und etwas lesen möchte Doch dort angekommen erlebe ic mal wieder eine Enttäuschung. Statt Grünflächen große Baustellen mit Kies und Sand, statt dem See eine leere Schlammgrube, vor derem Betreten gewarnt wird. Und auch hier vertue ich mich mit den Maßstäben und irre eine Zeitlang umher, auf der Suche nach dem Naturwissenschaftlichen Museum. Wieder außerhalb vom Park erstmal eine Pizza Frutti di Mare in einem Italiener am Eck, dann ein weiterer Versuch. Schließlich habe ich es geschafft und stehe vor dem .:: Musée des Sciences Naturelles ::.. Aus einem mir unbekannt gebliebenen Grund ist heute der Eintritt frei. Erst einmal im Museumsshop mit einem neuen Film eindecken!

Das Museum ist sehr liebevoll gestaltet. Direkt neben alten Saurierknochen wird die Abstammungsgeschichte des Menschen und sein genetischer Hintergrund erklärt. Besonders gut gefällt mir, daß einerseits die enge Beziehung zwischen Affe und Mensch, als auch die enge Beziehung zwischen den Menschen verschiedener Hautfarben und Kulturen anhand ihrer genetischen Ausstattung hergestellt wird. So gibt es verschiedene drehbare Säulen, auf denen die Affenarten beschrieben sind, auf der letzten befindet sich kein Bild, sondern ein Spiegel. Besonders für Kinder gibt es viel zu entdecken: Herausziehbare Schubladen, Knöpfe zum Drücken, die z.B. das Blutgruppensystem erklären, und viel anderes Interaktives. Zu den oberen Stockwerken führen zwei Wendeltreppen, die sich analog zu einer DNA-Helix in ihrer Mitte nach oben winden. Dort gibt es ausgestopfte Tiere, nach Lebensräumen angeordnet, am nettesten ist der Polartunnel, bei dem man durch eine Eislandschaft geht und von einem eiskalten Wind aus Lautsprechern behaucht wird. In einem anderen Saal werden hunderte von Muschel- und Schneckenschalen ausgestellt, dazwischen immer wieder Aquarien mit Meeresbewohnern. Auch der Insektensaal ist sehr beeindruckend gemacht. Neben aufgespießten Käfern und Schmetterlingen gibt es nicht nur Plastikmodelle der Tiere, sondern man findet sogar einen echten Bienenstock hinter Plexiglas, in dem man live beobachten kann, wie die Tiere herumwuseln. Es gibt auch ein Vivarium, in dem Kakerlaken, Vogelspinnen und mehr derartiges Viechzeug ausgestellt ist, und wo sich die Kinder wohlig gruseln können. Nach dem Museum noch ein kurzer Spaziergang durch die Fußgängerzone und dann nichts wie zurück zum Hostel - Füße hochlegen!
Spiegelungen vor Neandertalern Im Polartunnel

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