Brüssel - Stadt der Kontraste


.:: Montag ::. ..: Dienstag ::. .:: Atomium ::. .:: Mittwoch ::. .:: Kontraste ::. .:: Donnerstag ::.

Heute verbringe ich 3 tolle Stunden im .:: Museum of Modern Art ::.. Der Preis für eine Tageskarte ist für Studenten relativ billig, vor allem im Vergleich zu den anderen Eintrittspreisen hier. Zuerst sehe ich mir die Sammlung des 20.Jhds. an, in der viele bekannte Werke und Künstler vertreten sind. Schräge Exponate wie sich ständig bewegende Bälle ("19 Boules") oder eine Figur aus Klavierteilen sind dort ebenso zu finden, wie Entwürfe von Christo. Picasso, Chagall, Dalí und schließlich René Magritte. Ich kannte nur ein oder zwei seiner Bilder, bin aber total begeistert von seinen anderen Werken, wie z.B. .:: "L'empire des lumières" ::.. Um mehr über ihn zu erfahren, kaufe ich mir im Museumsshop ein Buch, in dem interessanterweise auch viele Hintergrundinformationen über die Entstehung seiner Bilder und den Symbolcharakter von Worten in Verbindung mit Objekten zu finden sind: .:: "magritte" ::. von Suzi Gablik, world of art Verlag.

Da wegen Personalmangels die Abteilung mit Malern des 18. Jahrhunderts über Mittag geschlossen ist, mache ich noch einen schnellen Rundgang durch die hohen Räume. Allerdings wirkt die Masse der Bilder in ihrer Opulenz und Düsterheit sehr erschlagend auf mich, vor allem nach den bereits aufgesaugten modernen Künstlern. Ich brauche jetzt dringend eine Pause und etwas zu essen. Draußen ist weit und breit kein Restaurant oder etwas ähnliches zu sehen, nur große Prunkplätze, Säulen und weite Straßen. Deshalb gehe ich zurück ins Museums-Café und genehmige mir dort Salat, Brot und vor allem Schokolade.

Da die Abteilung 20. Jahrhundert nachmittags geschlossen wird, gehe ich nochmal schnell hinein und lasse vor allem Magrittes Bilder noch einmal auf mich wirken. Nach diesen 3 Stunden bin ich fix und fertig, so daß es nur noch für einen weiteren letzten Stadtbummel reicht. Eigentlich möchte ich noch gerne ins Kino gehen, aber die Schlangen vor der Kasse sind so lang, daß ich stattdessen ins Hostel zurückkehre. Dort ist inzwischen eine Amerikanerin, Laura, im Zimmer gelandet, die auf ihrem Weg von Rom in die USA einen Zwischenstop in Brüssel einlegen mußte und das alles sehr surreal findet. Wir gehen zusammen in den Italiener um die Ecke und ich esse die beste Pizza Frutti di Mare meines Lebens. Bei unserer Rückkehr ins Hostel ist auch Isabelle wieder da, und wir führen internationale Frauengespräche über Sex and the City, Beine rasieren und darüber, ob und woran man im Ausland die Nationalität eines Menschen an seinem Auftreten und seiner Kleidung erkennt.

Freitag früh reise ich ab, zurück nach München. Wie immer hat die Bahn horrende Verspätungen, ich bekomme den Anschlußzug in Köln nur, weil der auch 30 Minuten Verspätung hat, dafür fährt dieser Heidelberg nicht an. Dafür verpasse ich später meinen ICE und muß eine Stunde warten, bin also insgesamt 10 Stunden unterwegs. Auf dem Münchner Hauptbahnhof tobt der Bär, weil es das letzte Oktoberfest-Wochenende ist.

Brüssel ist keine Stadt, die sich einem sofort öffnet, wie z.B. Venedig, von der man gleich in der ersten Stunde verzaubert ist, die Schönheit bietet. Brüssel ist laut, dreckig, hektisch und grau. Aber wenn man sich darauf einläßt und seine Augen offenhält, wird man auch hier schöne, originelle Ecken, interessante und surreale Seiten entdecken. Besonders die Kontraste empfand ich am Ende als sehr reizvoll, ich machte mir ein richtiges Spiel daraus, sie zu suchen. Ich kann nur allerdings jedem empfehlen, sich einen guten Stadtplan zuzulegen. ;-)


Der Nordbahnhof früh am Morgen
.:: Links ::. .:: Index ::. .:: E-Mail ::. .:: Gästebuch ::. .:: Back Home ::.