| Gegen 8 Uhr klingelt mein Wecker. Meine Bettenwahl hat sich über Nacht als nicht so vorteilhaft erwiesen, da die Luft in dem Zwischengeschoß wahnsinnig heiß und stickig ist (vielleicht läuft ein Abzug hinter der Wand vorbei). Deshalb befördere ich mein Bettzeug und das Gepäck nach unten, die Spanierin ist schon wieder weg. Frühstück gibt es drüben im Hauptgebäude. Es ist im Preis enthalten und sehr großzügig. Für jeden gibt es ein Glas Orangensaft, eine Schale Cornflakes mit Milch, fünf Scheiben Brot (weiß oder dunkel), zwei Scheiben Käse und heiße Getränke (Kaffee, Tee, heiße Schokolade), soviel man will. Auf den Tischen stehen außerdem Schalen mit Marmelade und Butter. Ich komme mit einer Griechin ins Gespräch, die in Brüssel ein Praktikum bei der Europäischen Kommission macht. Viele der Hostelbewohner sind deshalb in Brüssel und nutzen das Hostel als Zwischenstation bei der Wohnungssuche. | |
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Nach dem Frühstück packe ich meinen Rucksack und mache mich auf den Weg Richtung Innenstadt. Das Wetter ist sehr schön, die Sonne strahlt vom Himmel, obwohl es in Brüssel sehr oft regnen soll. Wieder mal habe ich Glück gehabt, die dicke Jacke habe ich völlig umsonst mitgenommen. Es ist so warm, daß ich nur im Pulli gehe, da ich sonst schwitze. In der Fußgängerzone stelle ich fest, daß in Brüssel die Bürgersteige erst gegen 9 oder 10 Uhr heruntergeklappt werden - und davor erstmal kräftig mit Schläuchen abgespritzt werden. Ich bahne mir meinen Weg zur Grand' Place, wo das berühmte Rathaus steht. Auch hier noch kaum Menschen und viele LKWs, die Blumen und andere Waren ausladen. Im Rathaus befindet sich das Fremdenverkehrsamt, wo ich die .:: Citycard Brüssel ::. kaufe. Für etwa 7 Euro gibt es ein kleines Büchlein mit zwei Tageskarten für die öffentlichen Verkehrsmittel, Gutscheine für ermäßigten Eintritt in viele Museen und Ermäßigungen in Restaurants und Läden. Am Boulevard Anspach Ecke Marche aux Poulets finde ich auch endlich einen Supermarkt (den einzigen, großen während der drei Tage), in dem ich mich erstmal mit viel Wasser und Keksen eindecke. Auch Filme muß ich nachkaufen, da ich mehr Fotos am Strand verknipst habe, als ich es ursprünglich geplant hatte. Unter 5 Euro gibt es anscheinend keinen, aber was sein muß, muß sein. Danach versuche ich, zum Manneken Pis zu gelangen und stelle zum erste Mal fest, daß die Brüsseler Straßen meinem Orientierungssinn, der an sich gut ist, total widersprechen. Ohne Karte wäre ich aufgeschmissen, denn wenn ich instinktiv in eine Richtung gehe, stelle ich kurz danach fest, daß es genau die entgegengesetzte gewesen wäre. Die verwinkelten, engen Sträßchen führen mich nur allzu oft in die Irre, und es macht die Sache nicht leichter, daß alle Schilder die französische und flämische Bezeichnung führen. |
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Vor dem Manneken Pis steht eine große Gruppe mit vielen Japanern, die eifrig fotografieren. Zum Glück bin ich so groß, daß ich über sie hinwegschauen kann, also mache ich auch schnell mein obligatorisches Foto über ihre Köpfe hinweg. ![]() Ein paar Schritte weiter gibt es einen Laden für Partyeffekte, der die ganze Hauswand als Werbefläche genutzt hat. Ein großes Comic ziert die Ecke, denn Brüssel ist auch bekannt als Stadt der Comics. Ich gehe weiter, kleine Sträßchen, bergab und bergauf, habe ich schon erwähnt, daß ich mich dauernd verlaufe? Schließlich lande ich wieder bei der Kathedrale Saint-Michel, diesmal aber im hellen Sonnenschein. |
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